MiCA-Frist naht: EU-Berater will Tokenisierung statt DeFi-Regulierung

EU-Berater Kerstens lehnt MiCA 2 für DeFi ab und plädiert stattdessen für einen breiteren Regulierungsrahmen zur Tokenisierung realer Vermögenswerte.

MiCA-Frist naht: EU-Berater will Tokenisierung statt DeFi-Regulierung

Photo Credit: Unsplash/Guillaume Périgois

EU-Berater Kerstens rät von MiCA 2 für DeFi ab – stattdessen soll die Tokenisierung realer Assets reguliert werden.

Höhepunkte
  • EU-Berater rät von MiCA 2 ab – DeFi braucht eigenen Rechtsrahmen.
  • MiCA-Übergangsfrist endet am 1. Juli – ohne Lizenz droht Betriebsstopp.
  • Tokenisierte RWAs stiegen seit Anfang 2026 um rund 66 Prozent.
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Peter Kerstens, ein EU-Berater der Europäischen Kommission, empfiehlt der Organisation, sich auf die Entwicklung eines umfassenderen politischen Rahmens für digitale Vermögenswerte in Bezug auf physische Vermögenswerte und Tokenisierung zu konzentrieren, anstatt eine zweite Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) für dezentrale Finanzen (DeFi) zu schaffen. Das berichtete Cointelegraph. Kerstens fügte hinzu, dass das Feedback, das der Regulierer während der laufenden Überprüfungsphase der Europäischen Kommission erhalten habe, dabei helfen werde, die künftigen regulatorischen Maßnahmen des Blocks zu gestalten. Unterdessen nähert sich MiCA dem Ende seiner Übergangsfrist, die am 1. Juli ausläuft. Ab diesem Datum müssten alle Krypto-Dienstleister ohne MiCA-Lizenz ihre Dienste in der EU einstellen.

Kerstens: DeFi erfordert einen völlig neuen Regulierungsansatz

Obwohl DeFi-Protokolle gemäß dem Konsultationspapier als eines der aufkommenden Risikogebiete gelten, liegen die Protokolle weitgehend außerhalb des aktuellen Anwendungsbereichs von MiCA. Laut Kerstens ist die DeFi-Regulierung jedoch eine Herausforderung, da Gesetze nicht direkt auf Computernetzwerke, sondern nur auf Personen und Einrichtungen angewendet werden können. Daher müssten Gesetzgeber seiner Ansicht nach eine völlig neue Theorie entwickeln, um DeFi zu regulieren.

Laut dem Bericht von Cointelegraph erklärte Kerstens außerdem: „Ich glaube nicht, dass [MiCA] jetzt veraltet ist. Das ist meine persönliche Meinung, aber das spielt keine Rolle. Deshalb führen wir diese Konsultation durch." Er fügte hinzu, dass er keinen Bedarf sehe, DeFi zu regulieren, das er als eine „Bewegung" ohne „Vertreter" beschrieb.

Die Tokenisierung von RWAs zieht die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden auf sich, was durch die Daten von DeFiLlama belegt wird. Den Daten zufolge sind tokenisierte RWAs seit Anfang 2026 um rund 66 Prozent gestiegen. Der signifikante Anstieg deutet auf den Wunsch hin, konventionelle Finanzanlagen wie Anleihen, Kredite und Rohstoffe in Blockchain-Netzwerke zu integrieren. Da Institutionen und Investoren blockchain-basierte Finanzprodukte untersuchen, die traditionelle Vermögenswerte mit digitalen Finanzsystemen verbinden, haben sich RWAs zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente entwickelt.

Die Beobachtungen von Kerstens spiegeln die aktuelle Debatte innerhalb der EU über die Notwendigkeit wider, die Regulierungen rund um digitale Vermögenswerte über den MiCA-Rahmen hinaus weiterzuentwickeln. Während Fragen zur DeFi-Aufsicht ungelöst bleiben, hat die Entstehung tokenisierter Vermögenswerte erheblich an Bedeutung gewonnen.

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