Unternehmen passen derzeit alles an, von Produkten und Preisen bis hin zu Logistik und Inhalten, um die große, preisbewusste und dennoch anspruchsvolle Verbrauchergruppe in den kleineren Städten Indiens zu erreichen.
Indiens boomender Quick Commerce Markt entwickelt sich laut einer aktuellen Analyse rasant über die großen Metropolen hinaus. Unternehmen wie Blinkit und Zomato passen ihre Dienstleistungen an die Bedürfnisse der Verbraucher in Städten der zweiten und dritten Kategorie an.
Historisch gesehen wurde Indiens Konsumboom von „India 1“ angetrieben, der relativ wohlhabenden, englischsprachigen Bevölkerung in den großen Ballungszentren. Mit steigenden Einkommen, niedrigen Datenkosten und verbesserter Infrastruktur entwickelt sich jedoch eine neue Welle anspruchsvoller Verbraucher in kleineren Städten und Industriezentren zu einer bedeutenden Marktkraft.
In diesen Städten verändert die Nachfrage nach Komfort, Auswahl und schneller Lieferung das traditionelle Einzelhandelsverhalten. Quick-Commerce Plattformen wie Blinkit, Zepto und Swiggy sind zunehmend im Stadtbild präsent, mit Lieferfahrern, die Lebensmittel, Snacks und Körperpflegeprodukte innerhalb weniger Minuten ausliefern. Unternehmen erweitern ihr Netzwerk an Dark Stores, also lokalen Mikrolagern, die eine ultraschnelle Abwicklung ermöglichen, um diese Märkte besser zu bedienen.
Um diese wachsende Kundengruppe zu erschließen, passen Quick-Commerce Anbieter ihre Strategien an. Anstatt urbane Modelle zu kopieren, experimentieren die Unternehmen mit lokal angepassten Preisen, regionalen Sprachoberflächen und Sortimenten, die auf lokale Geschmäcker und Budgets zugeschnitten sind. Dieser Wandel spiegelt die komplexen Bedürfnisse der „India 2“ Verbraucher wider preissensible, aber dennoch anspruchsvolle Menschen, deren verfügbares Einkommen zwar wächst, aber immer noch deutlich unter dem in den Metropolen liegt.
Branchenexperten weisen außerdem darauf hin, dass die Fokussierung auf die sofortige Lieferung in kleineren Städten als weniger wichtig erachtet wird als in größeren Städten.
Diese Flexibilität kann den operativen Druck erheblich verringern, da Unternehmen so ihre Präsenz in verschiedenen Regionen Indiens ausbauen können.
Es ist auch zu beachten, dass sich das gesamte Konsumentenökosystem rasant verändert. Fast-Fashion Einzelhändler und internationale Marken eröffnen Geschäfte außerhalb der traditionellen Einkaufszentren der Großstädte und erkennen die wachsende Kaufkraft kleinerer Städte. Gleichzeitig passen Content Plattformen und digitale Dienste ihre Angebote an die unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Vorlieben an.
Trotz des Wachstumspotenzials warnen Experten davor, dass Einkommensungleichheit, Indiens große Landbevölkerung sowie geografische und sprachliche Unterschiede weiterhin Herausforderungen darstellen. Diese Hindernisse bereiten Marken, die über Metropolen wie Mumbai, Delhi und Bangalore hinaus expandieren wollen, Schwierigkeiten.
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