Test: Die JBL Bar 1000MK2 liefert starken Dolby-Atmos-Sound, braucht aber Platz und etwas Feintuning.
JBL Bar 1000MK2 im Test: Starker Dolby-Atmos-Sound für das Heimkino.
Früher galten Heimkinosysteme als die einzige echte Lösung für Audio-Fans zuhause. Doch Soundbars sind in den letzten Jahren deutlich leistungsstärker geworden. Man muss sich also nicht mehr mit mehreren Komponenten an der Wand oder einem sichtbaren Verstärker unter dem Fernseher herumschlagen. Moderne Soundbars sind längst mehr als nur ein schwarzer Balken mit ein paar Audiokanälen, der etwas lauter klingt als der Fernseher selbst. Sie sind heute ein fester Bestandteil des Heimkino-Erlebnisses.
Ich hatte die Gelegenheit, eine solche Soundbar ausführlich zu testen: die JBL Bar 1000MK2. Sie kam kürzlich in Indien auf den Markt, zum Preis von 1,49,999 Rupien. Die Bar 1000MK2 ist eine der neuesten und hochwertigsten Heimkino-Lösungen von JBL. Sie steht eine Stufe unter dem Flaggschiff JBL Bar 1300MK2. Als Nachfolger der Bar 1000 bringt sie mehrere neue Funktionen und Verbesserungen mit. Doch lohnt sich der hohe Preis wirklich?
Die JBL Bar 1000MK2 kommt in einer sehr großen Box. Man könnte sie fast mit einem Stuhl verwechseln. JBL verpackt aber alles sinnvoll. Man muss nicht lange überlegen, wie man die Box öffnen soll. JBL bietet sogar an, jemanden zur Installation vorbeizuschicken oder telefonisch zu helfen. Das ist ein netter Zusatzservice. Wer wie ich lieber selbst Hand anlegt, sieht sofort: Kabel, Satellitenlautsprecher, Subwoofer und Soundbar sind ordentlich verpackt.
Kommen wir zum Design, vor allem zur eigentlichen Soundbar. Positiv fällt sofort auf: Es gibt keinen separaten Verstärker, der alles zusammenhält. Die JBL Bar 1000MK2 hat ein eingebautes System. Das spart wertvollen Platz im Wohnzimmer. Jede Komponente ist in mattem Schwarz gehalten. Das sorgt für ein einheitliches Design und wirkt hochwertig.
Allerdings zieht die matte schwarze Oberfläche auch viel Staub an. Der ist immer sichtbar und kann stören. Deshalb sollte man die JBL Bar 1000MK2 am besten täglich mit einem trockenen Tuch abwischen, damit sie gut aussieht. Für mich ist das kein echter Nachteil, könnte aber manche stören. Die abnehmbaren Satellitenlautsprecher haben zudem entfernbare Abdeckungen für die Pogo-Pins. So stehen sie hinter dem Sitzplatz nicht unschön aus dem Rest der Möbel heraus.
Die größte Komponente im gesamten System ist der Subwoofer. Er ist wirklich groß, oft zu groß, um einfach neben dem TV-Sideboard zu stehen. Wer keinen festen Platz dafür hat, muss seinen Wohnraum eventuell neu planen. Egal wie sehr man es versucht, der Subwoofer fügt sich kaum ins übrige Mobiliar ein.
Das betrifft aber nicht nur den Subwoofer. Auch die Hauptsoundbar selbst nimmt einiges an Platz ein. Sie passt am besten zu Fernsehern ab 65 Zoll. Ich habe sie mit einem 55-Zoll-Fernseher getestet. Wenn die Satellitenlautsprecher an der Hauptsoundbar befestigt blieben, wirkte das optisch oft etwas unpassend.
JBL verwendet bei der Bar 1000MK2 robusten Hartplastik. Trotzdem fühlt sich keine Komponente billig an. Die Verarbeitung ist gut. Nichts klappert oder wirkt wackelig, das ist auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.
Ein großer Vorteil der JBL Bar 1000MK2: Alle Komponenten verbinden sich kabellos miteinander. Sobald man das Gerät einschaltet, stellt sich die Verbindung zwischen Subwoofer und Satellitenlautsprechern fast sofort her. Wer möchte, kommt mit nur zwei Stromkabeln aus, eines für den Subwoofer und eines für die Soundbar. Dank der vielen Anschlussmöglichkeiten ist das kein Problem.
Für das beste Erlebnis habe ich das System per HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbunden. Das bietet Dolby Atmos und Surround-Sound-Unterstützung. Der Fernseher ließ sich einfach mit der Soundbar verbinden. Eine wirklich saubere HDMI-Verbindung herzustellen, war aber ohne YouTube-Anleitung oder JBL-Support etwas mühsam. HDMI ARC funktioniert nur über den ersten HDMI-Port. Dieser ist auf der Rückseite der Soundbar markiert.
Auch die Satellitenlautsprecher lassen sich in wenigen Schritten einrichten. Beide sollten hinter dem Sitzplatz stehen. Nichts darf die Verbindung zwischen Soundbar und Lautsprechern blockieren. Bei meinem Einrichtungsversuch schlug der Vorgang mehrmals fehl, obwohl nichts die Verbindung störte. Diese Einrichtung ist wichtig für das beste Surround-Erlebnis, aber nicht zwingend nötig für den gelegentlichen Gebrauch.
Ist die Ersteinrichtung einmal erledigt, muss man sich darum nicht mehr kümmern. Über die Fernbedienung oder das Touch-Panel an der Soundbar lässt sich einfach zwischen Modi wechseln. Die JBL Bar 1000MK2 wechselt nahtlos und schnell zwischen Bluetooth und HDMI ARC. Ist eine PlayStation am Fernseher angeschlossen, leitet HDMI ARC die Verbindung automatisch zur Soundbar um. Das ist ein schönes Detail.
Ich habe auch die kabellose Verbindung getestet und die JBL Bar 1000MK2 per Bluetooth mit dem Fernseher verbunden. Beim Musikhören oder bei Filmen war die Audioverzögerung kaum spürbar. Auch bei God of War: Ragnarok und FC26, die schnelle Bildwechsel haben, gab es fast keine Verzögerung oder Unstimmigkeit zwischen Bild und Ton.
Bei der Leistung liefert die JBL Bar 1000MK2 insgesamt beeindruckende 960 Watt, wobei die Soundbar allein 500 Watt beisteuert. Die 7.1.4-Verstärkerkanäle spielen dabei eine wichtige Rolle. Die technischen Werte spiegeln sich überraschend gut in der tatsächlichen Praxis wider. Das gesamte System liefert kräftigen Klang, der locker einen Saal füllen könnte. Wer in einer Wohnanlage lebt: Bei Lautstärke 16 dringt der Klang mühelos durch Wände und Türen.
Die JBL Bar 1000MK2 bietet zudem fünf verschiedene Bassstufen. Diese lassen sich per Fernbedienung oder über die JBL-One-App einstellen. Für die meisten Musik- oder Streaming-Sessions habe ich Bassstufe 1 bevorzugt. Zwischen den Stufen gibt es zwar kleine Unterschiede, doch der Sprung zwischen Stufe 4 und 5 fällt seltsamerweise größer aus als erwartet.
Wer den Bass dauerhaft auf Stufe 5 haben möchte, sollte wissen: Der Subwoofer kann Bass erzeugen, der Fensterscheiben und den Betonboden spürbar zum Vibrieren bringt. Selbst bei Lautstärke 10 reicht der Bass locker aus, um die Nachbarn zu wecken.
Die Soundbar ist zwar nicht in erster Linie fürs Musikhören gemacht, eignet sich aber fast perfekt für eine Hausparty. Der druckvolle Bass passt gut zu Hip-Hop und 808-Beats. Die perfekte Instrumententrennung wie bei spezialisierten HiFi-Anlagen bekommt man zwar nicht, doch für eine oder zwei Playlists reicht der Klang locker aus.
Kommen wir zu dem, wofür die Soundbar eigentlich gebaut wurde: Filme schauen. Hier rechtfertigt die JBL Bar 1000MK2 wirklich ihren hohen Preis. Der beeindruckende Dolby-Atmos-Surround-Sound hebt das Filmerlebnis zuhause spürbar an. Ich habe mir Dhurandhar: The Revenge auf Jio Hotstar angesehen. In der Eröffnungssequenz fügten sich jeder Schritt, jeder Schuss, fallende Patronenhülsen und weitere Umgebungsgeräusche perfekt zusammen. Das Erlebnis kam dem im echten Kino sehr nahe, als ich den Film mit Ranveer Singh dort gesehen hatte.
Anzumerken ist: Bis auf wenige Ausnahmen lief mein Test hauptsächlich über die HDMI-ARC-Verbindung. Danach habe ich Suits Staffel 2 und Musafir Cafe auf Netflix geschaut. In den meisten Szenen klangen die Dialoge etwas gedämpft. Zuerst dachte ich, das läge am hohen Bass. Doch selbst nach Anpassung der Einstellungen blieb das Problem bestehen. Erst nach Anpassungen am Equalizer in der JBL-One-App verbesserte sich die Sprachverständlichkeit.
Beim Spielen auf meiner PlayStation 5, mit NFS Heat, God of War: Ragnarok und Uncharted 4, machte ich eine ähnliche Erfahrung. Die meisten Geräusche kamen glasklar rüber, doch Dialoge in Zwischensequenzen klangen gedämpft. Nicht jeder wird ständig am EQ herumbasteln oder Presets wechseln wollen. Trotzdem würde ich es insgesamt als rundes Erlebnis bezeichnen, besonders für kleinere Räume.
Zum Preis von 1,49,999 Rupien ist die JBL Bar 1000MK2 für viele, die sich ein Heimkino zulegen möchten, ziemlich teuer. Aktuell ist sie jedoch für einen niedrigeren Preis von 99,999 Rupien erhältlich. Das macht sie für deutlich mehr Käufer interessant. Trotz des hohen Preises überzeugen Leistung, einfache Bedienung und das Gesamterlebnis. Für Enthusiasten mit ausreichend großem, dediziertem Raum ist sie fast perfekt.
Wer eine Komplettlösung mit wenig Aufwand und einem runden Erlebnis sucht, sollte die JBL Bar 1000MK2 in Betracht ziehen. Bei knapperem Budget empfehle ich die JBL Bar 800MK2. Sie bietet ein ähnliches Klangerlebnis mit einem 7.1-Kanal-System. Auch die Sonos Arc Ultra ist einen Blick wert, sie kostet in Indien einen ähnlichen Preis.
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