Noise Alt Buds Open im Test — offene TWS für ganztägiges Tragen mit 35 Stunden Akku und LHDC, aber mit wenig Bass und hörbarem Klangleck.
Noise Alt Buds Open im Test: Open-Ear TWS mit C-Bügel, 35 Stunden Akku und LHDC – aber ohne nennenswerten Bass.
Der Markt für True-Wireless-Stereo-Ohrhörer (TWS) teilt sich grob in zwei Lager. Auf der einen Seite sind die klassischen In-Ear-Stöpsel mit Silikonaufsätzen, die dich von der Außenwelt abschirmen. Auf der anderen Seite stehen offene Ohrhörer mit Stiel, die locker im Gehörgang sitzen. In den letzten Jahren finden Open-Ear-Ohrhörer aber zunehmend ihr Publikum. Sie richten sich an alle, die das verstopfte Gefühl herkömmlicher In-Ears nicht mögen, aber trotzdem ihre Umgebung wahrnehmen wollen – etwa beim Sport oder auf dem Weg zur Arbeit. Neu in dieser wachsenden Kategorie sind die Noise Alt Buds Open.
In Indien kosten sie 4.499 Rupien. Die offenen TWS-Ohrhörer sind Teil des design-orientierten Alt-Lineups von Noise. Hier ist unser Test.
Was die Noise Alt Buds Open sofort unterscheidet, ist ihr Design – die Marke gibt an, dafür den Red Dot Design Award 2026 erhalten zu haben. In einer Zeit, in der die meisten TWS-Ohrhörer fast identisch aussehen, fallen diese sofort auf. Das Ladecase hat eine ungewöhnliche, lange Pillendose-Form mit abgerundeten Kanten. Ein auffälliger Lichtstreifen zieht sich über die Oberseite und dient als Statusanzeige. Unser Testgerät kam in der auffälligen Farbe Chosen Orange – eine lebhafte, schwer zu übersehende Farbe, die an die orangefarbenen Audio-Produkte von CMF erinnert. Die matte Oberfläche macht dabei einen guten Job gegen Fingerabdrücke.
Die Ohrhörer selbst stecken nicht im Ohr, sondern nutzen einen flexiblen C-förmigen Memory-Wire-Bügel aus weichem Flüssigsilikon. Sie haken sich hinter dem Ohr ein, der pillenförmige Treiber liegt direkt vor dem Ohreingang. Das sieht beim ersten Hinsehen etwas ungewöhnlich aus – nach ein paar Minuten fühlt es sich aber völlig natürlich an. Die Touch-Steuerung funktioniert gut, manchmal braucht es aber mehrere Taps zum Wechseln eines Titels.
Der größte Vorteil des offenen Designs ist der Tragekomfort. Da nichts wirklich ins Ohr eindringt, lassen sich die Alt Buds Open stundenlang tragen, ohne dass Druck oder Ermüdung entstehen. Außerdem bleibt man mit der Umgebung in Kontakt – beim Spazierengehen hört man herannahenden Verkehr oder Durchsagen in der U-Bahn ohne Probleme.
Das hat aber seinen Preis: Klangleck ist ein Problem. Bei mittlerer Lautstärke konnten Sitznachbarn leise Töne aus meinen Ohrhörern hören. Außerdem kann Umgebungslärm das Hörerlebnis überlagern, da kein passiver Abschluss ihn dämpft.
Für diese Preisklasse hat Noise einige interessante Features eingebaut. Es ist eines der wenigen offenen Modelle unter 5.000 Rupien mit LHDC-Unterstützung für hochauflösendes Audio-Streaming. Dazu kommen Bluetooth 5.3, Dual-Device-Verbindung ohne manuelles Neu-Koppeln, ein dynamischer Echtzeit-EQ und vier Mikrofone mit KI-gestützter Geräuschunterdrückung.
Wie andere Noise-Produkte ist das Gerät mit der Noise Audio App kompatibel. Dort lassen sich EQ-Modi einstellen, eigene Klangprofile erstellen, verlegte Ohrhörer über Find My Buds suchen und Touch-Steuerung anpassen. Außerdem gibt es das Noise-KI-Ökosystem, das über benutzerdefinierte Gesten an beiden Ohrhörern aktiviert werden kann.
Wer erwartet, dass die Alt Buds Open mit Premium-In-Ears mithalten, wird enttäuscht sein. Das ist aber auch nicht ihr Anspruch. Open-Ear-Ohrhörer arbeiten unter anderen Bedingungen. Der Klang priorisiert Klarheit statt Wucht. Stimmen klingen klar, Podcasts klingen gut, und die Instrumententrennung ist in Ordnung.
Mitten und Höhen sind die Stärken der Alt Buds Open. Der Bass hingegen fehlt fast vollständig – wie bei offenen Designs üblich. Der dynamische EQ versucht etwas nachzuhelfen, aber ohne Abdichtung entweichen die tiefen Frequenzen, bevor sie das Trommelfell erreichen. EDM, Hip-Hop oder basslastige Titel klingen daher wenig mitreißend.
Das hier sind keine Audiophilen-Produkte für anspruchsvolles Musikhören. Für Hintergrundmusik, Sprachnachrichten und Hörbücher sind sie aber eine vielseitige und praktische Option.
Die Anrufqualität übernimmt ein Vier-Mikrofon-System mit KI-gestützter Geräuschunterdrückung. Im Innenbereich oder in ruhigen Räumen klang meine Stimme ordentlich. Draußen bei etwas Wind hatte das System aber deutlich mehr Probleme.
Was mich wirklich überraschte, war die Akkulaufzeit. Noise gibt bis zu 35 Stunden Gesamtlaufzeit inklusive Ladecase an. Nach etwa zwei Wochen Nutzung waren die Ohrhörer noch nicht leer – das ist beeindruckend. Und wer doch mal alle Energie verbraucht hat, bekommt mit nur 10 Minuten Laden satte 3,2 Stunden Wiedergabe.
Die Noise Alt Buds Open liefern das, was sie versprechen. Sie bieten ein komfortables Open-Ear-Design, solide Anrufqualität, eine beeindruckende Akkulaufzeit und ausreichend Features. Ganztägiges Tragen ist eine ihrer größten Stärken – ideal für Spaziergänge, das Pendeln, Büroarbeit und entspanntes Hören.
Die Kompromisse sind aber unvermeidlich. Klangleck ist vorhanden, der Bass fehlt fast komplett, und das Hörerlebnis erreicht nicht die Immersion, die man für knapp 5.000 Rupien von TWS-Ohrhörern erwarten könnte.
Wer gezielt nach offenen TWS sucht, die Komfort und Umgebungsbewusstsein über Klang stellen, ist mit den Alt Buds Open gut beraten. Wer etwas mehr Klangqualität möchte, sollte sich die Realme Buds Clip ansehen – eine etwas vielversprechendere Alternative.
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