Eine Studie zeigt, warum Jupiter mehr große Monde hat als Saturn.
Photo Credit: NASA
Eine neue Studie erklärt den Unterschied zwischen den Mondsystemen von Jupiter und Saturn.
Die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, besitzen zahlreiche Monde. Dennoch gibt es einen deutlichen Unterschied: Jupiter hat vier große Monde – Io, Europa, Ganymed und Kallisto –, während Saturn trotz insgesamt über 280 Monden nur einen großen Mond besitzt, nämlich Titan. Was ist der Grund für diesen Unterschied? Im April 2026 veröffentlichten Forscher der Kyoto University eine neue Studie in Nature Astronomy, die eine überzeugende Antwort liefert.
Laut der Studie liegt der Grund in den Magnetfeldern dieser beiden Planeten. In der frühen Phase ihrer Entstehung waren beide von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben, sogenannten zirkumplanetaren Scheiben. Das starke Magnetfeld von Jupiter schnitt einen Teil dieser Scheibe ab und schuf einen isolierten Bereich, in dem sich mehrere Monde bilden konnten.
Bei Saturn hingegen konnte sich ein solcher Bereich nicht bilden, da sein Magnetfeld schwächer ist. Dadurch konnten sich keine stabilen Regionen für die Entstehung mehrerer großer Monde entwickeln. Deshalb besitzt Saturn im Vergleich zu Jupiter nur einen dominanten großen Mond.
Diese Erkenntnisse sind nicht nur auf Jupiter und Saturn beschränkt. Das Modell der Forscher sagt voraus, dass Gasriesen, die so groß wie Jupiter oder größer sind, wahrscheinlich ein kompaktes System mit mehreren großen Monden entwickeln. Kleinere Planeten in der Größe von Saturn könnten dagegen nur ein oder zwei große Monde besitzen.
Das hat wichtige Auswirkungen auf die Suche nach sogenannten Exomonden, also Monden außerhalb unseres Sonnensystems. Laut dem Autor der Studie, Yuri Fujii, sind die Mondsysteme unseres Sonnensystems einzigartige und gut beobachtbare Beispiele, um Theorien zur Planetenentstehung zu testen – etwas, das im restlichen Universum nur schwer möglich ist.
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