Speicherkrise könnte bis 2030 anhalten.
Photo Credit: Unsplash/Daniel Shapiro
Speichermangel sorgt für steigende Technikpreise weltweit.
Der anhaltende globale Speichermangel hat den Markt für Unterhaltungselektronik stark beeinflusst. Steigende Kosten für Komponenten führen dazu, dass Geräte wie Smartphones, Laptops und Gaming-Konsolen teurer werden. Ein neuer Bericht zeigt nun, dass es bis 2030 dauern könnte, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Einer der größten DRAM-Hersteller weltweit, SK Hynix, plant zwar eine neue Produktionsanlage, doch der Fokus soll auf High-Bandwidth Memory (HBM) liegen, das vor allem in KI-Rechenzentren genutzt wird – nicht in Verbrauchergeräten.
Der Vorsitzende von SK Hynix, Chey Tae-won, sagte laut Reuters, dass die aktuelle Krise möglicherweise nicht vor dem Ende des Jahrzehnts vorbei ist. Das Unternehmen hält etwa 32 Prozent Marktanteil im globalen DRAM-Markt und ist mit 57 Prozent führend im HBM-Bereich. Gleichzeitig hat es Schwierigkeiten, die hohe Nachfrage von KI-Unternehmen nach Speicher für Rechenzentren zu erfüllen.
Chey erklärte, dass es vier bis fünf Jahre dauern könnte, um die aktuelle Nachfrage nach HBM zu decken. Der Grund dafür ist vor allem die Beschaffung von Rohstoffen für die Produktion von Silizium-Wafern. Diese Produktionssteigerung wird jedoch vor allem der KI-Nachfrage helfen, nicht den Verbrauchergeräten. Laut ihm könnte dies sogar zu einem Mangel von über 20 Prozent bei Komponenten im Endkundenmarkt führen.
Ein Bericht von Nikkei Asia sieht die Lage etwas optimistischer. Demnach könnten die steigenden Preise und der geringe Bestand bis 2027 anhalten, trotz der Bemühungen der großen Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron.
Samsung plant Berichten zufolge, dieses Jahr eine vierte Produktionsanlage in Pyeongtaek (Südkorea) zu bauen. Diese soll jedoch erst Ende 2027 vollständig betriebsbereit sein. Zudem wird sie sich teilweise auf Logik-Chips konzentrieren, was die Speicherproduktion beeinflussen könnte. Eine fünfte Anlage ist ebenfalls geplant, soll aber vor allem HBM herstellen.
Auch SK Hynix und Micron bauen ihre HBM-Produktion weiter aus. Die Anlage von SK in Cheongju ist bereits aktiv, während Micron bis 2027 die Massenproduktion in Idaho und Singapur plant. Dennoch wird erwartet, dass diese Maßnahmen den DRAM-Mangel nur begrenzt lösen.
Ein Bericht von Counterpoint zeigt, dass die Hersteller ihre Produktion jährlich um etwa 12 Prozent steigern müssten, um den Mangel zu beenden. Aktuelle Pläne sehen jedoch nur ein Wachstum von etwa 7,5 Prozent vor, was das Problem nur teilweise lösen wird.
Der Markt für Unterhaltungselektronik spürt die Folgen bereits deutlich. Ein Bericht aus dem letzten Monat zeigte, dass der Preis für 16GB LPDDR5X RAM und 1TB UFS 4.1 Speicher inzwischen höher ist als der Preis des Snapdragon 8 Elite Gen 5 Chips von Qualcomm. Diese Entwicklung hat bereits Auswirkungen auf viele Geräte.
So hat Sony kürzlich die Preise für die PlayStation 5 und die PlayStation 5 Pro erhöht. Auch der ROG Xbox Ally X wurde in Japan teurer. Berichten zufolge könnte auch Apple höhere Kosten für Speicher tragen müssen, was die Preise kommender Geräte beeinflussen könnte. Ebenso könnten Smartphones von Vivo und iQOO in China bald teurer werden. Wenn der Mangel anhält, werden wahrscheinlich weitere Marken nachziehen.
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