Forscher haben entdeckt, dass einige Pulsare Radiowellen bis an die Ränder ihres magnetischen Einflusses senden.
Photo Credit: Robert Lea
Neue Forschung zeigt, dass einige Pulsare Radiowellen viel weiter aussenden als bisher gedacht.
Die rotierenden Überreste toter massereicher Sterne, bekannt als Pulsare, galten lange Zeit als Objekte, die Radiowellen nur in der Nähe ihrer Oberfläche und ihrer magnetischen Pole aussenden können. Diese Annahme wird nun durch eine neue Studie in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society infrage gestellt. Die Forscher fanden heraus, dass einige der sich am schnellsten drehenden Pulsare im Universum Radiowellen bis an die äußersten Bereiche ihres magnetischen Einflusses senden. Diese Entdeckung verändert unser Verständnis dieser kosmischen Leuchttürme.
Laut der wissenschaftlichen Studie von Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Deutschland und Simon Johnston von Australiens CSIRO wurden 200 Millisekunden-Pulsare untersucht, die sich extrem schnell drehen. Dabei verglichen die Forscher die Daten mit Gammastrahlen, die vom Fermi-Weltraumteleskop der NASA gesammelt wurden. Die Studie zeigte, dass etwa ein Drittel der Millisekunden-Pulsare Radiowellen aus getrennten Regionen aussendet. Bei langsameren Pulsaren passiert das nur bei etwa 3 Prozent.
Wichtig ist außerdem, dass die Radiostrahlung aus den äußeren Bereichen genau mit den Gammastrahlen übereinstimmte, die aus dem sogenannten „Current Sheet“ stammen – also aus einer Schicht elektrisch geladener Teilchen außerhalb des Lichtzylinders.
Diese Entdeckung bedeutet, dass in Zukunft möglicherweise viel mehr Pulsare gefunden werden könnten. Der Grund ist, dass die Radiowellen offenbar nicht nur in einem kleinen Bereich rund um die magnetischen Pole ausgesendet werden, sondern in einem größeren Winkelbereich. Das ist auch für die Forschung zu Gravitationswellen besonders wichtig, da deren Nachweis auf der Nutzung eines Netzwerks von Pulsaren als Messinstrument basiert. Die nächste große Frage für die Wissenschaft ist nun, welcher Mechanismus hinter diesem Phänomen steckt.
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