Sony stellt ab Januar 2028 die Produktion physischer PlayStation-Discs für neue Spiele ein.
Sony beendet die Ära der physischen PlayStation-Discs ab Januar 2028.
Sony Interactive Entertainment hat am Mittwoch angekündigt, die Produktion physischer Spiele-Discs für alle neuen Spiele auf PlayStation-Konsolen ab Januar 2028 einzustellen. Laut dem Unternehmen werden neue PlayStation-Titel für die PS5 und möglicherweise die PS6 nach Abschluss der Umstellung nur noch digital über den PlayStation Store und teilnehmende Händler erhältlich sein. Bereits veröffentlichte Titel sowie Spiele, die vor Januar 2028 erscheinen, sind von dieser Änderung nicht betroffen und werden weiterhin auf Blu-ray-Discs angeboten.
Laut Sony wächst die Vorliebe der Kunden für digitale Spielekäufe gegenüber physischen Datenträgern. „Diese Umstellung ermöglicht es uns, uns noch stärker daran auszurichten, wie die meisten Mitglieder unserer Community heute Spiele erleben und spielen möchten", erklärte das Unternehmen. Die Umstellung soll es dem Konzern zudem erlauben, seine Ressourcen darauf zu konzentrieren, den Zugang zu Spielen für Spieler zu verbessern.
Das Unternehmen wird weiterhin Kaufoptionen sowohl über den PlayStation Store als auch über Einzelhandelspartner anbieten, die digitale Spielecodes verkaufen. Sony stellte zudem klar, dass die Änderung nur für neue Spiele gilt, die ab Januar 2028 erscheinen.
Der Wandel zeichnet sich jedoch bereits ab. Rockstar Games bestätigte kürzlich, dass Grand Theft Auto VI, das im November erscheinen soll, keine spielbare Disc für die PS5 enthalten wird, obwohl es als physische Edition verkauft wird. Käufer erhalten stattdessen eine Verkaufsbox mit einem Downloadcode. Damit ist Rockstar einer der ersten großen Publisher, der für die Veröffentlichung eines AAA-Titels de facto ein rein digitales Vertriebsmodell einführt.
Die Entscheidung wird mit geringeren Produktions- und Vertriebskosten sowohl für Sony als auch für Spielehersteller in Verbindung gebracht, hat jedoch nennenswerte Folgen. Die wichtigste betrifft das Teilen von Spielen – oder vielmehr das Fehlen dieser Möglichkeit. Anders als physische Spiele lassen sich digitale Titel nach dem Kauf nicht weiterverkaufen, tauschen oder frei teilen. Dies könnte sich folglich auf die Verfügbarkeit neuerer Gebrauchttitel nach 2028 auswirken.
Sonys Schritt zeigt zudem eine deutliche Kursänderung im Vergleich zur vorherigen Konsolengeneration. Nachdem Microsoft 2013 angekündigt hatte, dass die Xbox One eine regelmäßige Online-Authentifizierung benötige, um Spiele nutzen zu können, veröffentlichte Sony damals bekanntlich ein kurzes YouTube-Video mit dem Titel „Official PlayStation Used Game Instructional Video". Der Clip zeigte schlicht, wie eine Person einer anderen eine PS4-Spiele-Disc überreicht. Damit unterstrich Sony, dass physische Spiele frei geteilt, verliehen oder weiterverkauft werden konnten, ohne jegliche Einschränkung.
Mehr als ein Jahrzehnt später markiert Sonys eigener Schritt hin zu einem rein digitalen Vertrieb eine deutliche Abkehr von dieser damaligen Botschaft.
Der Schritt wirft zudem Fragen zum langfristigen Besitz von Spielen auf. Beim Kauf eines Spiels über den PlayStation Store erhalten Spieler in der Regel lediglich eine Lizenz für den Zugriff auf das Spiel, nicht jedoch das tatsächliche Eigentum am Titel. Entfernt ein Publisher ein Spiel also aus dem Store oder läuft die Lizenzvereinbarung aus, können Spieler möglicherweise den Zugriff auf bereits gekaufte Inhalte verlieren.
Solche Fälle gab es bereits. Berichten zufolge begann Sony kürzlich, PlayStation-Nutzer darüber zu informieren, dass Filme und Serien von StudioCanal ab dem 1. September 2026 aus ihren Konten entfernt würden, da die Lizenzvereinbarung zwischen den Unternehmen ausläuft.
Auch bei der Spielearchivierung bestehen Bedenken. Selbst wenn die Lizenz für ein gekauftes Spiel über den gesamten Lebenszyklus einer Konsole verfügbar bleibt, gab es bereits Präzedenzfälle, bei denen digitale Stores selbst das Ende ihrer Betriebszeit erreichten. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, den PlayStation Store für ältere Plattformen wie die PS3 und die PS Vita schrittweise zu schließen.
Die Umstellung liegt jedoch noch mehr als ein Jahr in der Zukunft, was bedeutet, dass Sony die Entscheidung möglicherweise noch überdenken könnte, sollte die Reaktion der Spieler entsprechend stark ausfallen. Ob Sony letztlich an seinem Plan festhält oder seinen Schritt weg von physischen Medien überdenkt, bleibt abzuwarten.
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