Apple will im Kartellstreit mit dem DOJ auf interne Daten von Samsung zugreifen.
Apple fordert im Kartellverfahren Zugriff auf interne Daten von Samsung.
Apple hat Berichten zufolge ein US-Gericht angerufen, um interne Dokumente von Samsung Electronics in Südkorea zu erhalten. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit einer laufenden Kartellklage des US-Justizministeriums (DOJ). Der Technologiekonzern aus Cupertino fordert Zugang zu Marktdaten und internen Geschäftsunterlagen, die laut Apple wichtig für seine Verteidigung gegen Vorwürfe von wettbewerbswidrigem Verhalten im Zusammenhang mit dem App Store und dem iPhone-Ökosystem sind.
Die Klage wurde im März 2024 vom DOJ zusammen mit mehreren Bundesstaaten eingereicht. Sie wirft Apple vor, durch Regeln im App Store, Einschränkungen für Entwickler und die Kontrolle über wichtige iPhone-Funktionen den Wettbewerb im Smartphone- und Dienstleistungsmarkt zu behindern. Nachdem Apple versucht hatte, die Klage abweisen zu lassen, ist das Verfahren nun in die Phase der Beweisaufnahme (Discovery) übergegangen. In dieser Phase tauschen Unternehmen Dokumente aus und sammeln Beweise.
Laut Berichten hat Apple am 7. April einen formellen Antrag im Rahmen des Haager Beweisübereinkommens gestellt. Dieses rechtliche Instrument ermöglicht es, Beweise aus dem Ausland zu beschaffen. Apple will damit gezielt auf interne Unterlagen von Samsung Electronics zugreifen. Dazu sollen Marktforschung, Finanzdaten und Analysen zu Smartphones, Smartwatches und App-Store-Diensten gehören.
Zuvor hatte Apple bereits die US-Tochter Samsung Electronics America vorgeladen. Diese weigerte sich jedoch, die Dokumente bereitzustellen. Sie erklärte, dass die angeforderten Informationen ausschließlich bei der südkoreanischen Muttergesellschaft liegen. Laut Apple wurde dieser Einwand mehrfach vorgebracht.
Apple argumentiert, dass interne Samsung-Daten wichtige Einblicke liefern könnten, wie wettbewerbsfähig der Smartphone-Markt tatsächlich ist. Dazu gehören Informationen über das Wechselverhalten von Nutzern zwischen Plattformen sowie die Auswirkungen von Apples Richtlinien. In den Berichten wird dabei ausdrücklich auf Tools wie Samsung Smart Switch verwiesen.
Dieses Tool ermöglicht es Nutzern, Daten von einem iPhone auf ein Galaxy-Gerät zu übertragen. Laut Apple liefert es wertvolle Informationen über das Verhalten von Verbrauchern. Zudem fordert Apple Dokumente zum Galaxy Store, zu Messaging-Diensten und zu digitalen Wallet-Angeboten, einschließlich Informationen zu Transaktionsgebühren.
In seinem Antrag erklärte Apple, dass diese Beweise entscheidend für den Fall seien. Das Unternehmen betonte außerdem, dass die Anfrage gezielt und notwendig sei und es keine anderen Möglichkeiten gebe, an diese Informationen zu gelangen. Zudem erklärte der Konzern, dass der Antrag im Interesse der USA liege und gleichzeitig das Rechtssystem Südkoreas nicht beeinträchtige.
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