Frankreich bestraft Infosys mit 175.000 Euro wegen Mängeln bei der Arbeitszeiterfassung.
Infosys in Frankreich wegen fehlerhafter Zeiterfassung mit 175.000 Euro bestraft.
Infosys wurde von Frankreichs regionaler Arbeitsaufsichtsbehörde DRIEETS Île-de-France mit einer Strafe von 175.000 Euro belegt (umgerechnet rund 2 Crore Rupien). Grund waren Mängel im System zur Erfassung der Arbeitszeiten der Mitarbeiter. Die Behörde stellte fest, dass dieses System nicht vollständig den örtlichen Arbeitsgesetzen entsprach.
Laut den Unterlagen des Unternehmens kam die französische Arbeitsaufsicht zu dem Schluss, dass Infosys' System zur Erfassung der Arbeitszeiten für bestimmte Mitarbeitergruppen nicht alle gesetzlichen Anforderungen erfüllte. Die Untersuchung äußerte Bedenken zur Zuverlässigkeit und Prüfbarkeit des Systems sowie zu seiner Fähigkeit, die Arbeitszeiten der Mitarbeiter genau zu erfassen. Welche Mitarbeitergruppe genau betroffen war, teilte das Unternehmen jedoch nicht mit.
Nach französischem Arbeitsrecht müssen Arbeitgeber genaue Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter führen. Diese müssen sie den Behörden auf Verlangen vorlegen. Mitarbeiter haben zudem das gesetzliche Recht, Einsicht in ihre eigenen Arbeitszeitaufzeichnungen zu erhalten.
In seinen Unterlagen erklärte Infosys, die Geldstrafe habe keine wesentlichen Auswirkungen auf die finanzielle Lage, die Geschäftstätigkeit oder die Gesamtaktivitäten des Unternehmens zu erwarten. Das Unternehmen fügte hinzu, es prüfe derzeit die Mitteilung der französischen Behörde und wäge die nächsten Schritte ab. Ob Infosys angewiesen wurde, sein bestehendes System zur Zeiterfassung zu ändern, gab das Unternehmen nicht bekannt.
Der Vorfall kommt zu einer Zeit, in der Infosys seine Mitarbeiter in Indien dazu ermutigt, mehr Zeit im Büro zu verbringen. Er hat zudem erneut die Aufmerksamkeit auf Aussagen von Infosys-Mitgründer N. R. Narayana Murthy gelenkt, der sich für längere Arbeitszeiten ausgesprochen hatte.
2023 sagte Murthy in einem Podcast-Interview, dass junge Menschen bereit sein sollten, 70 Stunden pro Woche zu arbeiten, wenn Indien global wettbewerbsfähig werden wolle. Seine Aussagen lösten damals eine breite Debatte aus. Viele unterstützten die Idee, andere äußerten Bedenken zum Wohlbefinden der Mitarbeiter und zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Frankreich hingegen hat eine gesetzliche 35-Stunden-Woche für Vollzeitbeschäftigte im privaten Sektor. Zwar lassen sich die Arbeitszeiten in bestimmten Fällen verlängern, doch Überstunden sind gesetzlich geregelt und werden entsprechend vergütet.
Nach Bekanntwerden der Geldstrafe griffen mehrere Nutzer auf X Murthys frühere Aussagen erneut auf und teilten ihre Meinungen zu langen Arbeitszeiten. Manche Beiträge lösten ernsthafte Diskussionen über die Arbeitskultur aus, andere reagierten mit Memes und humorvollen Kommentaren.
Der aktuelle Fall betrifft ausschließlich die Einhaltung französischer Arbeitsgesetze. Er enthält keine Feststellungen zur tatsächlichen Arbeitsbelastung der Mitarbeiter. Trotzdem hat er die größere Debatte um Work-Life-Balance, Überstunden und lange Arbeitszeiten erneut angeheizt. Wie Infosys oder die französische Behörde als Nächstes reagieren, dürfte genau beobachtet werden.
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