Samsung: Chipmangel soll sich bis 2028 weiter verschärfen

Samsung meldet Rekordgewinn bei Chips, während die Smartphone-Sparte erstmals Verluste macht.

Samsung: Chipmangel soll sich bis 2028 weiter verschärfen

Samsung: Chip-Sparte mit 250-fachem Gewinnsprung, Mobilsparte erstmals im Minus.

Höhepunkte
  • Samsungs Chip-Sparte meldet einen 250-fachen Gewinnsprung
  • Die Mobilsparte macht erstmals Verlust wegen hoher Chipkosten
  • Samsung erwartet Chipmangel bis mindestens 2028
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Samsung Electronics meldete am Donnerstag einen mehr als 250-fachen Anstieg des Chip-Gewinns. Das Unternehmen kündigte zudem mehrjährige Lieferverträge mit großen Rechenzentrumsbetreibern an. Samsung erwartet, dass sich der weltweite Chipmangel weiter verschärft und bis 2028 anhält.

Der optimistische Ausblick des weltgrößten Speicherchip-Herstellers konnte die Sorgen der Anleger jedoch nicht zerstreuen. Diese sorgen sich weiterhin, dass hohe KI-Investitionen von Tech-Unternehmen das Wachstum bremsen könnten.

Die Samsung-Aktie schloss am Ende 0,7 Prozent im Minus, nachdem sie zwischenzeitlich um bis zu 8,4 Prozent gestiegen war. Damit lief sie an diesem Tag aber besser als der lokale Konkurrent SK Hynix, dessen Aktie um 5,6 Prozent fiel.

„Die Chip-Story hat sich abgeschwächt. Anleger fragen sich, wie lange die Rekordmargen noch haltbar sind", sagte Marktanalyst Kim Seok-hwan von Mirae Asset Securities. Zuvor hatte Samsungs Chip-Sparte eine Rekord-Gewinnmarge von 70 Prozent gemeldet.

Der südkoreanische Konzern hat Lieferverträge mit den fünf größten Rechenzentrumsbetreibern der Welt unterzeichnet. Mit fünf weiteren großen Anbietern steht er kurz vor einem Abschluss, ohne diese namentlich zu nennen.

„Fast alle Kunden fragen nach mehrjährigen Lieferverträgen", sagte Jaejune Kim, Executive Vice President von Samsungs Speicher-Sparte, bei einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Samsung will Verträge abschließen, die langfristig rund zwei Drittel seiner Speicherproduktion abdecken, so Kim. Damit folgt das Unternehmen dem Trend der Konkurrenz, sich weniger abhängig von den typischen Auf- und Abschwüngen der Branche zu machen.

Die Verträge laufen mindestens fünf Jahre. Sie enthalten laut Kim in der Regel Vorauszahlungen sowie Mindestpreise, um das Risiko der Investitionen abzusichern.

Diese Aussagen kommen, nachdem Chip-Aktien in den letzten Monaten deutlich verloren hatten. Grund waren Sorgen der Anleger über die steigenden Kosten der KI-Infrastruktur sowie über die Konkurrenz aus China, die die Gewinne belasten könnte.

Meta Platforms meldete am Mittwoch einen Rückgang des freien Cashflows im zweiten Quartal um 91 Prozent. Zuvor hatte bereits Alphabet in der Vorwoche sein erstes Quartal mit negativem Cashflow gemeldet.

Ein 250-facher Gewinnsprung

Samsungs Halbleiter-Sparte meldete im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 89,2 Billionen Won (61,7 Milliarden US-Dollar). Das ist ein Anstieg um mehr als das 250-Fache im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn des Gesamtkonzerns stieg auf 89,5 Billionen Won, was der vorherigen Schätzung des Unternehmens entspricht.

Der Gesamtumsatz stieg um 130 Prozent auf 171,5 Billionen Won.

Die stark gestiegenen Chippreise belasteten jedoch Samsungs Mobilsparte. Diese meldete erstmals einen Quartalsverlust, in Höhe von 700 Milliarden Won.

„Die Chips, die Samsung auf der einen Seite reich machen, schaden dem Unternehmen nun auf der anderen Seite. Der Konzern ist damit stärker als je zuvor von Speicherpreisen und der Nachfrage der Hyperscaler abhängig", sagte Analyst Josh Gilbert von eToro.

Samsungs Quartalsgewinn übertraf die kombinierten Gewinne der letzten drei Jahre. Das trieb die Netto-Barmittel des Konzerns bis Ende Juni auf 167 Billionen Won. Das weckt zudem Erwartungen an höhere Ausschüttungen an Aktionäre. Die Aktie ist im letzten Monat um fast 40 Prozent gefallen, liegt aber seit Jahresbeginn immer noch 72 Prozent im Plus.

Finanzchef Park Soon-cheol sagte, Samsung befinde sich „in aktiven Gesprächen" über Sonderdividenden und andere Teile seines Aktionärsrückgabe-Programms für dieses Jahr.

„Wir bleiben voll und ganz dazu verpflichtet, das Programm wie versprochen umzusetzen, und werden dazu sehr bald ein Update liefern", sagte er.

„Auch wenn das Management einige positive Aussagen zu Aktionärsrückgaben und zum Nachfrage-Ausblick gemacht hat, scheinen Anleger wegen der hohen Schwankungen aus dem Markt zu flüchten", sagte Sanjeev Rana, Forschungsleiter bei CLSA Securities Korea.

Eine deutliche Wende

Die Zahlen markieren eine Wende für Samsung. Das Unternehmen holt bei der Lieferung von High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) auf, die in KI-Prozessoren zum Einsatz kommen, und verringert damit den Abstand zu SK Hynix.

Samsung zählt Nvidia und Advanced Micro Devices zu seinen HBM-Kunden. Das Unternehmen erwartet, dass sich der HBM4-Umsatz im dritten Quartal mehr als verdreifacht. Damit soll sich Samsungs HBM-Marktanteil im zweiten Halbjahr an den Anteil bei DRAM-Speicherchips angleichen.

Das Unternehmen erklärte zudem, seine Foundry-Sparte, die mit TSMC und Intel konkurriert, dürfte sich „in naher Zukunft" erholen. Grund dafür seien steigende Auslastungsraten der Fabriken sowie steigende Chippreise.

Samsung liegt zudem im Plan, in diesem Jahr den Betrieb seiner Fabrik in Taylor im US-Bundesstaat Texas aufzunehmen. Das Unternehmen will zudem mit dem Bau einer zweiten Fabrik beginnen, die 2030 die Massenproduktion starten könnte.

SK Hynix meldete am Mittwoch ebenfalls starke Quartalszahlen, blieb damit aber hinter den Erwartungen der Anleger zurück. Das Unternehmen kündigte an, seine Investitionsausgaben in diesem Jahr um rund 50 Prozent zu erhöhen, um die KI-Nachfrage zu bedienen.

SK Hynix gab zudem American Depositary Receipts (ADRs) aus und debütierte damit diesen Monat am US-Markt. Samsung erwägt einen solchen Schritt derzeit nicht, so Park.

Samsung habe kaum Bedarf, zusätzliches Kapital aufzunehmen, da das breit aufgestellte Geschäftsportfolio des Konzerns stabile Bargeldflüsse liefere, so Park.

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