Private Relay fehlerhaft: So wird eure IP trotzdem sichtbar

Drei WebKit-Schwachstellen können Apples iCloud Private Relay umgehen und echte IP-Adressen preisgeben.

Private Relay fehlerhaft: So wird eure IP trotzdem sichtbar

iCloud Private Relay: WebKit-Schwachstellen geben echte IP-Adressen von Nutzern preis.

Höhepunkte
  • Drei WebKit-Schwachstellen umgehen den Schutz von iCloud Private Relay
  • Betroffen sind DNS-Prefetching, WebAuthn-Passkey-Anfragen und WebTranspor
  • VPN-Dienste bleiben unberührt, da sie den gesamten Datenverkehr verschlüs
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Apple hatte iCloud Private Relay 2021 als neuen Datenschutzdienst eingeführt. Er soll Nutzern helfen, sicherer und privater im Web zu surfen. Sicherheitsforscher warnen jedoch, dass der Dienst die IP-Adresse von Nutzern unter bestimmten Umständen nicht vollständig schützen kann. Laut einem Bericht liegt das Problem an mehreren Schwachstellen in WebKit. Dadurch können Webseiten die echte IP-Adresse eines Nutzers erfahren, selbst wenn iCloud Private Relay aktiviert ist.

iCloud Private Relay von WebKit-Schwachstellen betroffen

Die Sicherheitsforscher Tommy Mysk und Talal Haj Bakry haben drei WebKit-Funktionen entdeckt, die konfigurierte Proxy-Dienste umgehen und die echten Netzwerkdaten eines Geräts preisgeben. Laut den Ergebnissen, die auf dem Mysk Blog veröffentlicht wurden, sind DNS-Prefetching, WebAuthn Related Origin Requests sowie WebTransport betroffen. Diese Funktionen lösen Berichten zufolge Netzwerkanfragen aus, die außerhalb von WebKits normalem Proxy-Pfad ablaufen. Dadurch wird die echte IP-Adresse oder DNS-Information eines Nutzers sichtbar.

Da solche Anfragen außerhalb des normalen Safari-Browsing-Prozesses ablaufen, wird dadurch Berichten zufolge auch iCloud Private Relay angreifbar. Im Fall von WebAuthn, das Passkeys antreibt, ruft der Anmeldedienst des Betriebssystems eine Bestätigungsdatei direkt vom Zielserver ab, statt die Anfrage über Private Relay zu leiten. Dadurch können Webseiten, die Passkeys unterstützen, Berichten zufolge die echte IP-Adresse eines Besuchers herausfinden, selbst wenn Private Relay aktiviert ist.

Der Bericht führt zudem aus, dass DNS-Prefetching Domainnamen über den normalen DNS-Pfad des Geräts auflöst, statt über den konfigurierten Proxy. Dadurch können die echten DNS-Server eines Nutzers offengelegt werden. WebTransport wiederum baut Berichten zufolge direkte HTTP/3-Verbindungen vom Gerät auf. Das umgeht letztlich die Proxy-Konfiguration und gibt die tatsächliche IP-Adresse des Nutzers preis.

Laut den Forschern betreffen diese Probleme WebKit-basierte Browser sowohl auf iOS als auch auf macOS, die für die Weiterleitung des Web-Traffics auf die API WKWebsiteDataStore.proxyConfigurations angewiesen sind. VPN-Dienste sollen davon jedoch nicht betroffen sein, da sie normalerweise den gesamten Datenverkehr über einen verschlüsselten Tunnel auf Betriebssystemebene leiten.

Die Forscher geben an, Apple bereits vor der öffentlichen Bekanntgabe über die Ergebnisse informiert zu haben. Zudem wurde eine Proof-of-Concept-Website veröffentlicht. Damit können Nutzer prüfen, ob ihre IP-Adresse durch diese Schwachstellen offengelegt wird.

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