Microsoft will laut Bericht bis 2027 eigene leistungsstarke KI-Modelle entwickeln und unabhängiger werden.
Photo Credit: Mustafa Suleyman
Microsoft will bis 2027 eigene Top-KI-Modelle entwickeln und sich stärker von OpenAI lösen.
Der KI-Chef von Microsoft hat Berichten zufolge das Ziel, bis 2027 besonders fortschrittliche künstliche Intelligenz (KI)-Modelle zu entwickeln. Laut dem Bericht möchte der Manager, dass der in Redmond ansässige Technologiekonzern im KI-Bereich unabhängiger wird und künftig alle Ebenen dieser Technologie intern abdeckt – von der Umsetzung für Endnutzer bis hin zur Entwicklung von Grundlagenmodellen. Der Ehrgeiz des Unternehmens, bei der Entwicklung von State-of-the-Art (SOTA)-Modellen führend zu werden, begann nach dem Ende des früheren Deals mit OpenAI im vergangenen Jahr.
Unter den großen Technologiekonzernen war Microsoft beim KI-Boom vergleichsweise spät dran. Zwar erschien der erste Chatbot des Unternehmens bereits früh – damals noch unter dem Namen Bing Chat im Jahr 2023 –, doch im Grunde war er nur eine Art ChatGPT-Hülle, die durch die Partnerschaft zwischen OpenAI und dem Windows-Hersteller möglich wurde. Die erste wirkliche Integration des Chatbots, der später den Namen Copilot erhielt, kam erst im September 2023, als das Unternehmen begann, den KI-Assistenten als Vorschau für Windows 11 auszurollen.
Mehrere Faktoren hielten den Technologiekonzern zunächst zurück. Microsoft gehörte zu den frühen Unterstützern von OpenAI und investierte ganze 1 Milliarde US-Dollar (etwa 9.330 Crore Rupien) in das Unternehmen hinter ChatGPT. Im Rahmen dieser Vereinbarung erhielt Microsoft zwar frühzeitig Zugriff auf neue KI-Modelle von OpenAI, durfte dafür aber keine eigenen KI-Modelle entwickeln.
Auch wenn diese Entscheidung im Rückblick wie ein Fehler wirkt, erschien sie damals vermutlich als sichere Strategie. Microsoft profitierte von der Forschung und Entwicklung von OpenAI und konzentrierte sich selbst hauptsächlich auf die Integration und das Nutzererlebnis. Im Jahr 2026 bedeutet diese Strategie jedoch, dass Microsoft seinen Konkurrenten immer einen Schritt hinterher ist – besonders gegenüber Unternehmen, die selbst KI-Modelle mit neuen und erweiterten Fähigkeiten entwickeln.
Ende 2025 änderte sich die Lage für Microsoft jedoch. Durch das Ende der ursprünglichen Vereinbarung und einen anschließenden neuen Deal wurden die Regeln flexibler. Dadurch konnte der Konzern sowohl mit anderen KI-Anbietern zusammenarbeiten als auch eigene Modelle im Unternehmen entwickeln. Kurz darauf gab der CEO von Microsoft AI, Mustafa Suleyman, ein Interview, in dem er betonte, wie wichtig es sei, im KI-Bereich selbstständig zu werden.
In einem neuen Interview sagte Suleyman nun laut Bloomberg: „Wir müssen an der absoluten Spitze liefern.“ Er fügte hinzu, dass das Unternehmen künftig State-of-the-Art-KI-Modelle veröffentlichen werde, die Text, Bilder und Audio sowohl verstehen als auch erzeugen können.
SOTA bedeutet in der Welt der künstlichen Intelligenz ein großes Sprachmodell (LLM), das konkurrierende Modelle ähnlicher Größe in einem oder mehreren Bereichen übertrifft. Die Leistung wird in der Regel durch verschiedene interne und externe Benchmark-Tests bewertet, die sowohl vom Unternehmen selbst als auch von unabhängigen Forschern durchgeführt werden.
Die Ziele von Microsoft sind groß, doch es wird nicht einfach sein, den Rückstand aufzuholen. Konkurrenten wie Google, Anthropic, OpenAI und Meta investieren bereits seit Jahren intensiv in die KI-Forschung. Der Druck auf das Unternehmen scheint daher groß zu sein. Laut Bloomberg wurde die Rolle von Mustafa Suleyman, der 2024 eingestellt wurde, um die Integration von KI in Verbraucherprodukte zu leiten, zuletzt deutlich verkleinert und stärker auf die Modellentwicklung fokussiert. Im Rahmen einer internen Umstrukturierung wurde dem früheren Snap-SVP Jacob Andreou die Verantwortung für den Copilot-Assistenten übertragen – sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmenskunden.
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