Astronomen beobachten erstmals Kometen mit umgekehrter Rotation

Astronomen haben erstmals einen Kometen beobachtet, der seine Drehrichtung komplett geändert hat. Das seltene Verhalten wurde mit dem Hubble-Teleskop aufgezeichnet.

Astronomen beobachten erstmals Kometen mit umgekehrter Rotation

Photo Credit: NASA

Astronomen haben erstmals beobachtet, wie ein Komet seine Rotation stoppt und in die entgegengesetzte Richtung dreht.

Höhepunkte
  • Komet 41P drehte seine Rotation um
  • Komet 41P drehte seine Rotation um
  • Forscher sehen mögliches Ende des Kometen
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Zum ersten Mal haben Astronomen beobachtet, wie ein Komet seine Rotation komplett umkehrt. Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA hat dieses Verhalten beim Kometen 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák während seines sonnennahen Vorbeiflugs im Jahr 2017 aufgezeichnet. Der Planetenforscher David Jewitt von der UCLA untersuchte die Hubble-Daten und veröffentlichte seine Ergebnisse am 26. März im Astronomical Journal. Der Komet, ein kleiner eisiger Himmelskörper mit nur etwa 1 Kilometer Durchmesser, wurde erst deutlich langsamer, kam dann komplett zum Stillstand und begann schließlich, sich in die entgegengesetzte Richtung zu drehen.

Wie Gasstrahlen einen Kometen umdrehen

Laut den Ergebnissen ist der Kern von Komet 41P nur etwa 0,6 Meilen (1 Kilometer) groß. Dadurch reagiert er besonders stark auf Rotationskräfte. Als sich der Komet der Sonne näherte, ließ deren Wärme das gefrorene Eis auf seiner Oberfläche verdampfen. Dadurch entstanden ungleiche Gasstrahlen, die wie kleine Triebwerke wirkten. Das Swift-Observatorium der NASA stellte im Mai 2017 fest, dass sich die Rotation des Kometen stark verlangsamte. Hubble-Aufnahmen vom Dezember zeigten später, dass er sich nun alle 14 Stunden rückwärts dreht. Jewitt verglich das mit einem Karussell, das man in die entgegengesetzte Richtung anschiebt, bis es stoppt und sich umkehrt.

Ein Komet mit begrenzter Lebenszeit

Diese Umkehr der Rotation könnte letztlich zur Zerstörung des Kometen 41P führen. Wenn er sich weiter schneller dreht, könnten die Zentrifugalkräfte stärker werden als die schwache Schwerkraft, die ihn zusammenhält. Dann könnte er auseinanderbrechen. Außerdem ist seine Aktivität seit seinem sonnennächsten Punkt im Jahr 2001 um das Zehnfache zurückgegangen. Wahrscheinlich ist das oberflächennahe Eis inzwischen aufgebraucht oder von Staub bedeckt. Da sich der Komet seit ungefähr 1.500 Jahren auf seiner jetzigen Umlaufbahn befindet, könnte er sich laut Jewitt bereits in seiner letzten Phase befinden. Er sagte, dass er sich „sehr schnell selbst zerstören“ werde. Gerade weil er ein uraltes Überbleibsel unseres Sonnensystems ist, macht das seine Geschichte besonders bemerkenswert.

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