Kosmischer Rekord: JWST findet fernstes bekanntes schlafendes Schwarzes Loch

Das James-Webb-Teleskop hat das fernste schlafende Schwarze Loch aller Zeiten entdeckt — sechs Milliarden Sonnenmassen schwer und über zehn Milliarden Lichtjahre entfernt.

Kosmischer Rekord: JWST findet fernstes bekanntes schlafendes Schwarzes Loch

Photo Credit: NASA

Das James-Webb-Teleskop hat das bisher fernste schlafende Schwarze Loch entdeckt – über 10 Mrd. Lichtjahre entfernt.

Höhepunkte
  • JWST entdeckt fernstes ruhendes Schwarzes Loch – neuer kosmischer Rekord.
  • Das Objekt hat die Masse von etwa sechs Milliarden Sonnen.
  • Gravitationslinse vergrößerte die Galaxie auf das 30-fache ihrer Normalgr
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Astronomen haben eine kosmische Premiere vollbracht und ein schlummerndes Schwarzes Loch gewogen, das mehr als zehn Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) entdeckten sie ein ruhendes Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie namens MRG-M0138 — das am weitesten entfernte schlafende Schwarze Loch, das jemals gefunden wurde. Es ist außerdem etwa 15-mal weiter entfernt als der bisherige Rekord. Das Objekt hat eine Masse von rund sechs Milliarden Sonnenmassen, und wir sehen es zu einem Zeitpunkt, als das Universum erst etwa drei Milliarden Jahre alt war.

Was die Wissenschaftsstudie enthüllt

Unter der Leitung von Andrew Newman vom Carnegie Science und veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science legt eine neue Studie dar, dass ruhende Schwarze Löcher im Grunde unsichtbar sind, da sie — anders als ihre aktiven Pendants — keine Strahlung aussenden. Mithilfe des Infrarot-Spektrographen des JWST maß das Team die Masse des Schwarzen Lochs, indem es untersuchte, wie seine Schwerkraft die umliegenden Sterne beeinflusst. Besonders bemerkenswert ist, dass die Forscher dabei eine Methode anwendeten, die bisher nur in unserer kosmischen Nachbarschaft eingesetzt werden konnte. Zudem kam ein glücklicher kosmischer Zufall hinzu: Ein im Vordergrund liegender Galaxienhaufen wirkte wie ein Vergrößerungsglas und ließ MRG-M0138 auf etwa das 30-fache seiner normalen Größe anwachsen.

Warum diese Entdeckung bedeutsam ist

Nahe Galaxien haben deutliche Zusammenhänge zwischen der Masse Schwarzer Löcher und den Eigenschaften der sie umgebenden Sterne gezeigt. Ob diese Beziehung auch Milliarden von Jahren zurück existierte, war bisher jedoch schwer zu überprüfen. Diese Entdeckung liefert nun eine klare Antwort. MRG-M0138 war wahrscheinlich einst ein heller Quasar, der das sternbildende Gas nach außen trieb und so die Entstehung neuer Sterne stoppte. Mit dem Euclid-Satelliten und dem Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop sind weitere Erkenntnisse zu erwarten. Diese werden dabei helfen, besser zu verstehen, wie sich Galaxien und ihre Schwarzen Löcher gemeinsam entwickelt haben.

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