Der interstellare Komet 3I/ATLAS wurde sieben Stunden lang auf außerirdische Radiosignale untersucht — SETI-Forscher fanden nichts, bestätigen aber seinen natürlichen Ursprung.
Photo Credit: NAOJ
SETI-Forscher scannten den interstellaren Kometen 3I/ATLAS sieben Stunden – ohne Nachweis technologischer Signale.
Der interstellare Komet 3I/ATLAS, das dritte jemals gesichtete Objekt von außerhalb unseres Sonnensystems, wurde im Juli 2025 vom ATLAS-Teleskop-Netzwerk in Chile entdeckt. Er bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 137.000 Meilen pro Stunde, was sofort das wissenschaftliche Interesse auf sich zog. Forscher des SETI-Instituts untersuchten ihn erst kürzlich auf mögliche von Menschen erzeugte Radiosignale — sogenannte Technosignaturen. Es wurden zwar keine Signale gefunden, doch die Studie half dabei, die Fähigkeiten zur Erkennung potenzieller außerirdischer Technologie weiter zu verfeinern.
Laut Space.com belegen mehrere Beobachtungsreihen, dass 3I/ATLAS natürlichen Ursprungs ist. Die Bahnexzentrizität des Kometen beträgt 6,137 — weit mehr als bei jedem Kometen in unserem Sonnensystem — und beweist damit seine interstellare Herkunft. Ende 2025 entdeckte das ALMA-Teleskop eine außergewöhnlich hohe Konzentration von Methanol in seiner Koma, dem leuchtenden Gas, das entsteht, wenn Sonnenlicht seine eisige Oberfläche erwärmt. Der Methanolgehalt war höher als bei den meisten Kometen in unserem Sonnensystem. Zudem enthielt er gefrorenes Kohlendioxid. Diese chemischen Verbindungen legen nahe, dass 3I/ATLAS in einer kälteren Umgebung in einem ganz anderen Planetensystem als unserem entstand.
Mit dem Allen Telescope Array in Nordkalifornien verbrachte Forscherin Sofia Sheikh und ihr Team mehr als sieben Stunden damit, 3I/ATLAS im Frequenzbereich von 1 bis 9 GHz zu scannen — auf der Suche nach schmalbandigen Radiosignalen, einer Emissionsklasse ohne bekannten natürlichen Ursprung. Knapp 74 Millionen Kandidatensignale wurden systematisch auf terrestrische Störquellen und Satellitenverunreinigungen geprüft, ohne dass ein einziges ungeklärt blieb. Die Studie legte eine Obergrenze von 10 bis 110 Watt für jeden möglichen Sender an Bord des Objekts fest — die Leistung eines handelsüblichen Haushaltsgeräts.
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