Neue Studie erklärt riesige Wolkenstruktur auf der Venus.
Photo Credit: JAXA
Forscher untersuchen ungewöhnliche Wolkenbildung auf der Venus.
Die Venus ist der Erde am nächsten gelegene Planet und bleibt von dichten Wolken aus Schwefelsäure umgeben. Viele Jahre lang rätselten Forscher darüber, warum ein so großes Wolkensystem um die Venus existiert. Das System ist etwa 3.700 Meilen breit und umkreist den Planeten innerhalb weniger Tage. Außerdem besitzt es eine auffallend scharfe Vorderkante. Nun scheint die Antwort mit einfachen physikalischen Prozessen zusammenzuhängen, die auch in einem Küchenwaschbecken auftreten können.
Wie im „Journal of Geophysical Research: Planets“ berichtet wurde, nutzten Wissenschaftler der Universität Tokio numerische Simulationen, um zu zeigen, wie eine extrem große atmosphärische Wellenfront entstehen kann. Verantwortlich dafür soll ein großer hydraulischer Sprung sein. Dabei verlangsamt sich eine schnelle und flache Flüssigkeitsströmung und wird dicker. Ein ähnlicher Effekt entsteht, wenn Wasser aus einem Wasserhahn auf den Boden eines Waschbeckens fließt. Auf der Venus bewegt sich eine planetare Kelvin-Welle ostwärts durch die unteren Wolken des Planeten. Die Welle wird instabil und erzeugt einen starken lokalen Aufwind. Dadurch wird verdampfte Schwefelsäure in deutlich höhere Atmosphärenschichten transportiert. Der Dampf steigt etwa 31 Meilen hoch und bildet eine massive Wolkenfront.
Dies ist der erste hydraulische Sprung, der außerhalb der Erde entdeckt wurde. Außerdem handelt es sich um das größte bekannte Phänomen dieser Art im gesamten Sonnensystem. Die Entdeckung könnte außerdem ein weiteres langjähriges Rätsel der Venus erklären. Die Wolken der Venus bewegen sich etwa 60-mal schneller als der Planet selbst rotiert. Die durch die Kelvin-Welle transportierte Energie wird durch den hydraulischen Sprung auf die allgemeine Strömung der Atmosphäre übertragen. Dadurch könnte die extreme Superrotation der Venusatmosphäre erhalten bleiben. Laut Forschern fehlt dieser Zusammenhang bisher in allen bestehenden Klimamodellen.Die Einbindung dieser Erkenntnisse würde große Rechenleistung von Supercomputern benötigen. Gleichzeitig könnte sie helfen, zukünftige Venus-Missionen besser vorzubereiten und das Verständnis planetarer Atmosphären zu verbessern.
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