Drei starke Sonneneruptionen haben einen geomagnetischen Sturm ausgelöst. Die geladenen Teilchenwolken könnten in den kommenden Tagen spektakuläre Polarlichter über Teilen Europas sichtbar machen.
Photo Credit: NOAA's Space Weather Prediction Center
Die aktive Sonnenregion AR 4455 hat innerhalb eines Tages drei starke Sonneneruptionen ausgelöst und damit einen geomagnetischen Sturm in Richtung Erde geschickt.
Die Sonne zeigte sich besonders aktiv und produzierte innerhalb eines einzigen Tages drei außergewöhnlich starke Sonneneruptionen. Ausgelöst wurden diese von der hochaktiven Sonnenfleckenregion AR 4455. Die Eruptionen schleuderten mehrere Wolken geladener Teilchen – sogenannte koronale Massenauswürfe (CMEs) – direkt in Richtung Erde. Aufgrund dieser Entwicklung hat das Space Weather Prediction Center der US-Wetterbehörde NOAA eine G3-Warnung für geomagnetische Stürme herausgegeben. Dadurch steigen die Chancen auf spektakuläre Polarlichter, die möglicherweise auch in Regionen sichtbar werden könnten, in denen sie normalerweise selten auftreten.
Wie Space.com berichtet, setzte die komplexe Sonnenfleckenregion AR 4455 in der nördlichen Sonnenhemisphäre am 3. Juni gleich drei starke Sonneneruptionen frei: eine M9.3-, eine M7.7- sowie eine X1.0-Eruption. Letztere gehört zur höchsten Kategorie von Sonneneruptionen.
Solche Eruptionen entstehen, wenn sich starke Magnetfelder auf der Sonnenoberfläche verdrehen, brechen und anschließend wieder verbinden. Dabei werden enorme Mengen an Energie und Strahlung freigesetzt. Alle drei Ausbrüche verursachten tagsüber Funkstörungen auf der Erde. Besonders die X1.0-Eruption führte zu starken R3-Funkausfällen, während die beiden M-Klasse-Eruptionen moderate R2-Störungen verursachten.
Mindestens zwei der drei Sonneneruptionen schleuderten koronale Massenauswürfe in Richtung Erde. Diese schnell bewegten Plasmawolken erreichen unseren Planeten normalerweise innerhalb von ein bis drei Tagen und bewegen sich mit mehreren hundert Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum.
Treffen die geladenen Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, können sie dieses erheblich beeinflussen und geomagnetische Stürme auslösen. Unter G3-Bedingungen verschiebt sich die Polarlichtzone häufig deutlich weiter nach Süden. Dadurch können Polarlichter nicht nur in Kanada und den nördlichen Bundesstaaten der USA sichtbar werden, sondern auch in Teilen Nord- und Mitteleuropas.
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