Neue Forschung zeigt Geheimnisse der Uranus-Ringe.
Photo Credit: NASA
Uranus Ringe könnten verborgene Monde enthüllen.
Der Planet Uranus, der siebte Planet von der Sonne, ist eine extrem kalte Eiswelt, die sich seitlich dreht und ein ungewöhnliches Ringsystem besitzt, das sich deutlich von den Ringen anderer Planeten im Sonnensystem unterscheidet. Die insgesamt 13 Ringe von Uranus wurden erst 1977 entdeckt, während Saturn bereits für sein großes und helles Ringsystem bekannt war. Besonders die äußeren Ringe μ (Mu) und ν (Nu) liefern neue Hinweise auf bisher unbekannte Monde.
Eine Studie, veröffentlicht im Fachjournal Journal of Geophysical Research: Planets, wurde von Imke de Pater von der University of California, Berkeley durchgeführt. Mithilfe von Beobachtungen durch das James Webb Space Telescope, das Hubble Space Telescope und das Keck Observatory konnte erstmals ein kombiniertes Reflexionsspektrum der beiden Ringe erstellt werden.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Der bläuliche μ-Ring besteht aus Wassereis-Partikeln, die durch Einschläge von Mikrometeoriten von einem kleinen Mond namens Mab abgelöst wurden. Der rötliche ν-Ring hingegen besteht aus mineralischem Material und enthält etwa 10–15 Prozent kohlenstoffbasierte organische Stoffe. Diese entstehen vermutlich durch die Umlaufbahnen bisher unsichtbarer kleiner Monde in seiner Nähe.
Der Staub im ν-Ring, der reich an organischem Material ist, deutet darauf hin, dass sich dort noch unentdeckte Himmelskörper befinden, die mit heutigen Teleskopen zu schwach sichtbar sind. Im Jahr 2025 entdeckte das James-Webb-Teleskop zudem einen weiteren Uranus-Mond namens S/2025 U1, der nur etwa 10 Kilometer groß ist. Dies verstärkt die Vermutung, dass es noch viele weitere kleine Objekte gibt.
Warum der Mond Mab eisreich ist, während nahegelegene Monde eher felsig sind, bleibt bisher ungeklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine zukünftige Mission zu Uranus helfen könnte, diese offenen Fragen zu beantworten.
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